Wer war eigentlich Mose. Und was hatte es mit dem goldenen Kalb auf sich. In der Reihe „Shalom Salam: Wohin?“, dem dritten Teil aus dem „Buch der Bücher flott erzählt“, zeigt das interkulturelle, generationsübergreifende Deutsch-Jüdische Theater, die ganze Geschichte von Mose, dem Führer der Hebräer beim Auszug aus Ägypten. Das postdramatische Theater ist modern und greift durchaus auch aktuelle Themen auf. Wir sind Zeuge einer Theaterprobe an der Schule, die jäh unterbrochen wird durch einen Bombenalarm. Doch
das eigentliche Stück, nämlich die Geschichte der Hebräer in Ägypten, wird weiter erzählt. Das Stück ist teilweise ein Musical und die Zuschauer sind einfach begeistert von dem Ensemble aus vielen Jugendlichen, Erwachsenen, einem älteren Mose und einem Kind. Vor allem der Zwiespalt, in dem sich die Hebräer damals befanden, wird besonders beleuchtet. Es werden Themen wie Flucht, Genozid, deutsche Identität und Konflikte zwischen den Religionen aufgegriffen und in das Stück eingebunden. Die Jugendlichen spielen dabei nach einem eigens auf sie zugeschnittenen Script. Gefördert wurde das Ganze durch den Senat und ist ein herausragendes Beispiel für Aufklärung und Friedensbemühungen.
Zum Deutsch-Jüdischen Theater im Theater Coupé
Gleich hinterm Fehrbelliner Platz, wo das Rathaus von Wilmersdorf steht, befindet sich das Bürgeramt von Wilmersdorf. Und große Leuchtbuchstaben deuten an: Hier drin, wo tagsüber die Bürgergeldempfänger ihr Geld abholen, hier befindet sich das Coupé Theater. Es ist eine kleine Bühne mit Zuschauerraum und einer kleinen Bar mit Sitzmöglichkeiten. Die Spielstätte gibt es schon seit vielen Jahren, das darin beheimatete Deutsch-Jüdische Theater seit nunmehr auch schon einem Vierteljahrhundert. Hier werden Programme mit dem Schwerpunkt auf jüdischer Kultur gespielt, die Reihe „Shalom-Salam: Wohin?“
jedoch greift auch die arabische und christliche Kultur explizit mit auf. Im Foyer zeugen Plakate von der Solidarität mit den Opfern des Anschlags auf ein Festival in Israel am
7. Oktober 2023. Leider gibt es keinen Glühwein, dafür aber Weinschorle und Kaffee aus der Maschine. Wir waren bereits zum zweiten Mal hier und sind immer wieder begeistert, was dieses Team auf die Beine stellt.