
Meilensteine-Über mich
Ich war noch sehr jung, fast noch ein Kind, als ich anfing, Songtexte zu schreiben und sie mit wenigen Mitteln zu vertonen. Dafür lernte ich, Schlagzeug und Gitarre zu spielen. Doch irgendwann, nach vielen gescheiterten Bandprojekten, reichte mir das Songtexten nicht mehr. Ich wollte eine längere Geschichte erzählen … Also setzte ich mich 2007 hin und tüftelte ein neues Hobby aus. Dabei heraus kamen das neue Pseudonym Nikodinte und die Leidenschaft für das journalistische Schreiben, das Dichten und das Erzählen von kurzen Lebensgeschichten, die immer mit einer Prise Comedy gewürzt sind.
Auch das Schreiben von Abstracts für Filme fiel mir leicht.
Von da an schrieb ich jeden Tag: Gedichte, Aphorismen, Kurzgeschichten, Märchen, kurze Reportagen, Drehbücher und Abstracts für Filme und Romane. Ich steigerte mich richtig in dieses „Nikotin-und-Tinte-Ding” hinein, ich dachte damals, dass ich nicht mehr brauche … bis ich psychotisch wurde und in die Psychiatrie eingewiesen werden musste. Dort wurde ich wieder so weit stabilisiert, dass ich schließlich 2011 mein Studium an der HTW beginnen konnte. Ich wollte Dramaturgie studieren, weil ich dort lernen würde, wie man eine längere Geschichte richtig angeht: beim Recherchieren, Konzipieren und Schreiben.
Dafür brauchte ich aber ein Basisstudium im Bereich Bibliotheks- und Dokumentationswesen, also schloss ich mit 31 Jahren meinen Bachelor im Fach Museologie ab. Auch bei der Arbeit als Künstlerin geht es viel um die Dokumentation des Prozesses und der Entwicklung von Ideen bis zum fertigen Produkt.
Doch kurz vor der Verteidigung wurde ich erneut psychotisch, rutschte in eine Krise, wurde vorübergehend wohnungslos, verlor meinen Job bei den Staatlichen Museen zu Berlin und machte Schulden.
Im Jahr 2017 stand ich also an einem Scheideweg. Ich entschied mich, weiterzumachen und zu schreiben, bis ich alle meine Ideen umgesetzt hatte.
Aufgrund meiner psychischen Erkrankung bin ich leider nicht mehr in der Lage, einen Vollzeitjob auszuüben. Deshalb habe ich mich entschieden, wenigstens meine journalistische Tätigkeit ein wenig weiterzuverfolgen. Seit 2018 moderiere ich neben der Herausgabe der Sugar Satire auch die Radiosendung „Die Patientenantenne” auf Pi Radio und betreibe einen Insta-Kanal mit Feuilleton-Inhalten. Manchmal überfordert mich die Masse an Aufgaben, die sich aus der Gründung des SPEE Verlags ergeben haben. Vieles ist Fleißarbeit. Aber wenn wieder ein Buch fertig geworden ist oder ich täglich sehe, wie sich das Großprojekt entwickelt, bin ich motiviert, weiterzumachen. Bisher habe ich keine Einnahmen, nur Ausgaben, aber das ist halb so schlimm, da ich manchmal Spenden erhalte oder jemand seine Dienstleistung ehrenamtlich zur Verfügung stellt. Als jemand aus meiner Familie sagte, dass er sich immer über selbst gemachte Dinge von mir zum Geburtstag freue, erkannte ich zudem, dass ich eine sinnstiftende Beschäftigung gefunden hatte.
Zunächst gab es nur die kleine Zeitschrift Sugar Satire und ein paar Postkarten mit eigenen Grafiken, dann folgtenVorlese- und Bilderbücher, Spiele und ein Comic … Nach und nach kamen auchdie ersten Romane hinzu. Ich habe mir vorgenommen erstmal die besten davon zu veröffentlichen und später vielleicht auch meine Autobiografie.
Im Laufe der letzten Jahre gab es so viel positives Feedback und Unterstützung für meine Arbeit, dass Aufgeben keine Option mehr ist. Ich mache weiter – für euch, für mich, für die Zukunft.