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Carmex beim Feiern

Ein Erlebnis aus dem SchwuZ von Carmex

Posted on 8. März 202529. April 2026 By admin Keine Kommentare zu Ein Erlebnis aus dem SchwuZ von Carmex

Meine Behinderung kann ich leider nicht verstecken, aber wenn ich auf einer Tanzfläche tanze, flirte und ein Drink trinke, fühl ich mich oft als hätte ich keine Behinderung. In solchen Momenten fühl ich mich besonders frei.
Ich war schon in vielen Clubs in Berlin, meine ersten richtigen Party Erfahrungen waren als ich 18 Jahre alt war.

Ich sage nicht ohne Grund richtige Party Erfahrungen, eigentlich sollte ich sagen, meine richtige inklusive Party Erfahrungen, denn mit 16 war ich schon auf Partys „Für Menschen mit und ohne Behinderungen“. Aber auf solchen Partys, die um 17 Uhr beginnen und um 23 Uhr Enden, sind nur Menschen mit Handicaps und dessen Begleit-Personen. Das kann auch mal Lustig sein, aber richtig meins ist das nicht, denn das ist für mich keine Inklusion, sondern Exklusion. Dennoch gibt es so eine gute Party-Reihe neuerdings in mein Lieblings Club. Ich liebe SchwuZ nicht nur weil dieser Club nur zwei Minuten von mir weg ist. Sondern weil als ich mit 19 Jahren her zog, hatte ich eine Depression. Damals hat mir das SchwuZ geholfen mich besser zu fühlen, oder besser gesagt mich super zu fühlen, es wurde zu meinem zweiten Wohnzimmer. Was mir immer gefallen hat, ist einfach die queere Atmosphäre, dass die drei Floors, sowie die Rollitoilette groß genug sind, das mehrere Rolli-fahrer*innen Platz zum feiern haben. Was auch super ist, ist dass ich SchwuZ von Anfang an alleine besuchen konnte, also keine Assistenz brauche. Falls ich Hilfe brauche, helfen mir entweder die anderen Gäst*innen oder die Mitarbeiter*innen. Früher wollte ich im SchwuZ sogar arbeiten, habe Flaschen eingesammelt. Oft sage ich dieser Club ist meine Droge, das es gefährlich ist so nah am Lieblingsclub zu wohnen, denn es liegt oft auf meinem Heimweg und manchmal  sag ich, ach ich geh nur ein, zwei stunden hin, dann treffe ich Freund*innen oder eine nette tanzt Partner*in und aus zwei stunden wird es die ganze Nacht. Ich habe das Glück neben meinem Lieblingsclub zu wohnen, aber ich wünsche mir, das ich in allen Clubs so problemlos feiern kann, ohne mich vorher zu erkundigen ob dieser Barrierefreie ist, oft steht das nicht mal auf ihrer Seite. Das gilt nicht nur für Clubs, sondern auch für viele andere Aktivitäten, wie Kinos, Saunen & vieles mehr. Es sollten mehr Clubs Barrierefrei sein und normaler für Gäst*innen das auch Menschen mit einem handicap gerne feiern. Hier zu habe ich eine krasse Geschichte, die ich im Sommer 2022 erlebt und geschrieben habe. Diese möchte ich mit euch teilen:
Eine Freundin von mir und ich waren im SchwuZ. Wir waren in verschiedenen Floors. Als ich Eugenija wieder sah, war eine Frau bei ihr, sie hat gefragt wo unser Betreuer ist. Sie dachte, Eugenija hätte ihren Betreuer verloren. Bis dahin ist es ja leider nicht ungewöhnlich. Viele staunen das wir alleine feiern gehen, bzw. rollen. Aber was dann passiert ist, als ich auf meinem Handy schrieb, dass wir alleine sind und dass wir allein klar kommen, hat mich so aufgeregt. Die Frau wollte es nicht kapieren und hat Eugenija nicht los gelassen, sie war eine Klette. Ich bin kurz weg gefahren und dachte Eugenija kommt nach, aber die nervige Frau hat sie nicht fahren lassen, die hing am Rolli, ich glaube sie dachte Eugenija könne nicht mit ihrem eigenen Rolli fahren. Ich habe sie angeschrien, sogar den Mittelfinger gezeigt, aber nichts half. Sie war der festen Überzeugung, dass zumindest Eugenija Hilfe brauchte, und ja Eugenija brauchte Hilfe, Hilfe sie los zu werden. Am Ende hat uns ein Mitarbeiter gerettet und diese super anstrengende Frau raus geworfen. Und wisst ihr, was sie ihm erzählt hat, dass sie unsere Betreuerin aus unserem Wohnheim ist! Was für eine scheiße ist das denn?

Der Clubmotzer Tags:Barrierefreiheit, Berlin, Club, SchwuZ

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