Ich empfinde das Schulsystem heute noch wie eine Zwangslösung für die Kompensierung fehlendem Innovationsspielraums und mangelnder Toleranz gegenüber anders Denkenden. Ich denke nicht, dass sich gesellschaftliche Leistung, Toleranz und soziale Verantwortung zensieren lassen. Ich bin davon überzeugt, dass schulische Leistung kein Indiz für Menschlichkeit, Intellekt oder Sympathie ist.
Vielmehr kann man mitverfolgen, wie der Zwang Schule viele von uns seelisch verkrüppelt hat. Die Abhängigkeit von Noten, Punkten und Zeugnissen, Zertifikaten und der Gleichen müsste nicht so groß, kiffen nicht kriminell und Kunst nicht verpönt sein, wenn wir uns gegenseitig eine Zukunft gönnen würden, die wir uns selbst gebaut haben.
Vielleicht bin ich damit einer von vielen Feinden des Imperialismus, der Gleichmachung, und vorgeschriebener Lebenswege, vielleicht ein Querulant, aber das ist es mir wert, so lang ich nur meine Interessen ungestört und auf meine eigene Weise ausleben darf. Vielleicht aber lieber offiziell und eingebunden in die Lehrpläne unserer allgemeinbildenden Schulen. Vielleicht wird ja irgendwann einmal entdeckt werden, dass meine vielen Hobbies auch
nichts kaputt gemacht hätten. Das Medikamente mich gefügig machen, aber nicht heilen. Dass Respekt oft mit Arschkriecherei verwechselt wird, dass eigentlich niemand den anderen versteht, wenn er es nicht erklären kann, weil Metaphern oft wortwörtlich verstanden werden, obwohl uns doch die Schule etwas anderes beigebracht haben sollte, aber das zu beanstanden wäre ja arrogant und überheblich, schließlich muss man ja gute Leistung bringen und gleichzeitig auf die armen Menschen schauen, die sich die nötige Bildung entweder nicht leisten können oder nicht leisten wollen.
Es ist traurig, dass wir so vielen Hindernissen begegnen und aus dem Weg räumen müssen bis wir es geschafft haben uns die nötige Bildung im Zuge eines Studium oder schon beim Abitur zu holen. Oft sind die Dinge, die aktuell wirklich interessant sind nicht Teil des Unterrichts und studieren kommt für viele nicht in Frage.
Der Unterrichtsstoff hätte in den vergangenen Jahren schon längst mehrmals radikal angepasst werden müssen
bzw. dem sozialen Leben und der Wissenschaft gemäß angepasst werden müssen. Aber leider sind die Fächer schon seit Ende des zweiten Weltkriegs genau die Gleichen.
So viele Fächer wie derzeit unterrichtet werden, so viele warten noch auf ihre Entdeckung. Das Thema ist hoch brisant und verliert seine Explosionsgefahr nicht durch die ständige Umwälzung der Bürokratie darum herum.