Die Agrarwirtschaft ist die wichtigste Einnahmequelle eines Staates. Die Leute dürfen auf keinen Fall verhungern. Bauern schuften täglich in einer 60 Stunden Woche um Gemüse, Salate und Obst, Milch, Butter, Käsesorten, Fleisch und Wurst zu produzieren, abzupacken und zu verkaufen oder sogar zu exportieren. Früher zogen sie dafür mit Eseln und Ochsen, sogenannten Zugtieren über die Felder um diese zu pflügen, umzugraben und zu ernten. Um das fortschrittlicher zu gestalten, gibt es bis heute die Dieselsubventionen. An die Überproduktion und die unwürdige Massentierhaltung denkt dabei kein Bauer. Und das Glyphosat immernoch eingesetzt werden darf, scheinen sie auch kein bisschen besorgniserregend zu finden. Während Kinder und Jugendliche gegen den Klimawandel Aktivismus betreiben, ziehen die Bauern es vor, die Ampelregierung abzuschaffen und aus Trotz zu wählen.
Die Preise für einen Liter Milch oder ein Stück Butter sind in Deutschland ein Witz im Vergleich zum Aufwand, in dem diese hergestellt werden. Es gibt Kinder, die wissen nichts über die sogenannten Milchkühe, weil die Agrarwirtschaft in Sachen Bildung schon säumig ist. Um einen Hof tiergerecht umzubauen muss man jede Menge Geld in die Hand nehmen. Und aus diesen und anderen Gründen, subventioniert der deutsche Staat die Agrarwirtschaft jährlich mit circa 60 Milliarden Euro. Zum Vergleich: 100 Milliarden gab Deutschland neulich für Waffen nach Israel und in die Ukraine und für den Ausbau der Bundeswehr aus. Dagegen müsste hier mal einer auf die Straße gehen. Wozu brauchen wir noch so viele Lebensmittel, wenn Millionen Menschen in Massenmorden und Weltkriegen sterben?
Lebensmittel sind das wichtigste Indiz für den Wohlstand und den Frieden in einer Gesellschaft.
Und weil es wichtig ist, dass Bauern für ihre Belange auf die Straße gehen, werden eben nachts Misthaufen, die übrigens ein gutes Düngemittel sind, auf der Autobahn abgeladen, wobei ein paar Menschen verunfallt sind. Dem Bauern ist der Klimawandel nämlich auch scheißegal. Und das obwohl er eigentlich ein Mensch der Natur sein sollte. Aber nein, er fährt lieber weiterhin kostengünstig seinen Dieseltraktor und beutet Tiere aus. Er weigert sich erfolgreich ein mitfühlender Umweltschützer zu sein. Die Verantwortung, die auf den Bauern lastet ist enorm, aber das ist keine Entschuldigung für unintelligentes Protestieren. Warum zum Beispiel werden Traktoren immernoch mit Diesel betrieben? Warum gibt es überhaupt noch Massentierhaltung? Warum beschweren sich die Deutschen sofort, wenn die Lebensmittel etwas teurer werden, aufgrund notwendiger Maßnahmen zur Nachhaltigkeit? Wo sind die Bauern mit Herz und Verstand? Anstatt sich wegen so einer Kleinigkeit aufzuregen, könnte man doch genauso die Subventionen so verlagern, dass ehrliche Bauern für den Umbau und die Reduktion ihrer Höfe auf Biobauernhöfe entlohnt werden. Man muss doch nicht gleich mit Mistgabeln und Fackeln drohen, nur weil man etwas nicht richtig verstanden hat. Das ist mittelalterlich und das im 21. Jahrhundert! Wir hätten schon längst bei 100 % erneuerbare Energien, nachhaltige Landwirtschaft und Naturschutzgebieten ankommen müssen. Aber wahrscheinlich hält sich hier jeder an die goldene Regel: Die dümmsten Bauern haben die dicksten Kartoffeln (wobei es da um andere Arten Kartoffeln ging).