Es gibt viele Menschen, die im Alltag, zum Beispiel in den öffentlichen Verkehrsmitteln, in der Schule, auf Arbeit oder in der Nachbarschaft, mit Anfeindungen und Hate-Speech auf Grund ihrer Herkunft zu tun haben. Das ist ein Fakt. Wie aber sieht es aus mit Subbotschaften und Anspielungen auf die Herkunft oder den kulturellen Hintergrund. Diese sind oft versteckt in pauschalen Aussagen über die Familie oder den Beziehungs- und Kontostand. Der Betroffene fühlt sich auch dadurch schon verletzt und diskriminiert, dass er auf seine Wurzeln und sein Aussehen reduziert wird, obwohl er vielleicht eine ganz andere Aussage erwartet hat. Jeder Mensch möchte als gleichwertig und somit würdevoll betrachtet werden. Alle seine Probleme darauf zurückzuführen, dass er aus einem anderen Land kommt, ist kontraproduktiv, wenn es um ganz andere Dinge geht, als diese, die mit der Immigration in Zusammenhang stehen. So sollten zum Beispiel die Partnerwahl, eine Erkrankung oder die Wohnungssuche nicht davon abhängig sein, woher man kommt. Das sind Grundbedürfnisse, menschliche Bedürfnisse, und somit fallen sie unter die Grundrechte.
Eine individuelle Kommunikation wird gestört durch Verallgemeinerungen.
Wenn Sie eine sachliche Unterhaltung führen möchten über die Belange in unserem Leben, dann dürfen Sie nicht in den Fettnapf treten und dem anderen unterstellen, er habe diese Probleme nur, weil er schwarz ist. Das muss Ihnen doch selbst komisch vorkommen. Anbetracht dessen, dass Sie wahrscheinlich nur Angst haben, selbst solche Probleme zu bekommen, wenn Sie dem anderen helfen.
Anders herum ist jemand durch eine Ihrer Aussagen beleidigt und reagiert auch aggressiv, da Sie einen wunden Punkt getroffen haben, den Sie überhaupt nicht treffen brauchen. Einem Migranten ist es bewusst, dass er mehr Probleme hat im Alltag als ein Deutscher, aber er möchte mit jemandem darüber sprechen, der für ihn ein Vorbild sein könnte, und nicht noch zusätzlich verurteilt werden, wenn er Hilfe sucht.