Dreimal habe ich jetzt schon ein eigenes Design entworfen. Dreimal! Jedes Mal habe ich einen alten Rahmen aus den 60ern aufgepimpt. Mit Hilfe von Werkstätten für Beschäftigungstherapeutische Zwecke zwar…naja, weil das dort anstatt 700 nur 250 kostet, ist doch klar…Jedenfalls hatte ich das eine Rad gestaltet wie ein Hollandfahrrad, so mit schwarzem Rahmen und braunen Accessoires, und dann noch eines in Knallrot mit sandfarbenen Accessoires, und dann noch eines, wo mein Name draufstand anstatt dem Markennamen. Und jetzt wollte ich damit zum Fahrradproduzenten. Weißt du, was der zu mir sagt: Hier waren neulich schon so Typen, die hatten die gleiche Idee. Bist wohl ein Scharlatan, hat er laut gedacht. Ich war schockiert. Also habe ich gleich noch Fahrrad Nummer 4 designed. Wieder ein 60er Jahre Modell. Diesmal wollte ich mich opfern. Ich wollte wissen, wie mein Design für ein dynamisches Cityrennrad seinen Weg in den allgemeinen Verkauf findet. Da sagt der Werkstattleiter doch tatsächlich: Geht nicht, was Sie da wollen, haben wir nicht, machen wir nicht. Ich sage: Aber ich würde Ihnen das Design sogar schenken. Überlegen Sie mal, was das für ein Deal wäre. Sie machen es mir für 250 fertig und für das Design bekommen Sie ´ne Million. Ne Million hat er offensichtlich nicht verstanden. Jetzt muss ich zur gleichen Werkstatt, wo ich schon mal war. Aber der hat auch das entsprechende Know How. Der weiß dann auch, wie man aus einer Narbenschaltung eine Racing-Schaltung macht und was Hohlkammerfelgen sind, etc. pp. Wahrscheinlich hat er sich auch auf die Bahamas abgesetzt. So, als Designer in der Großstadt, wird man halt behandelt wie ´n Sklave.